Füllungen

Allgemeines

Gesunde Zähne sind ein Geschenk der Natur, sie sind kostbar. Nur wer sie regelmäßig pflegt und eine vorteilhafte Erbanlage besitzt, wird sie sein Leben lang behalten.

Prinzipiell ist es wichtiger einen kariösen Zahn, eine kariöse oder undichte zerfranste alte Füllung auszutauschen, als sich zu lange um das beste Füllungsmaterial den Kopf zu zerbrechen. Auch der billigste Kunstoff ist besser als eine Karies am Zahn zu belassen. Es sollte so schnell wie möglich (innerhalb von ca. 6 Monaten) der Zahn saniert werden, denn die Karies wird von Tag zu Tag größer bis sie den ganzen Nerven oder den Zahn zerstört. Zerstört sie den Nerven hat man meistens Schmerzen oder eine dicke geschwollene Wange. Oft aber geht dieser Prozess vollkommen schmerzfrei einher und des Körpers Warnsignal (=Schmerz) funktioniert hier nicht . Es folgt eine Wurzelbehandlung und eine Fassung von Aussen (Teilkrone/Krone), da der Zahn tot ist und deshalb spröde und brüchig wird. Zerstört Sie den ganzen  Zahn, muss dieser oft gezogen werden. Da wo dann eine Zahnlücke entsteht, wird eine Brücke über die benachbarten Zähne eingesetzt. Eine Teilkrone oder eine ganze Krone stabilisiert in diesem Fall den Zahn besser. Es ist dann auch nicht „schade“ vom Zahn dafür 0,8mm von Außen zu entfernen, da dieser sowieso eine defekte Füllung hat, die auch miteinbezogen wird.

Merke: Eine Füllung füllt den Zahn nur und deckt das „Loch“ ab. Sie schwächt den Zahn, da für die Füllung der Zahn hohl gebohrt werden muss. Je größer die Füllung ist, desto hohler ist der Zahn, und desto bruchgefährdeter  sind seine Wände. Deswegen darf man eine Füllung nicht unendlich groß machen.

Eine Krone bzw. Teilkronen fassen den  Zahn von Außen, wie ein Diamant in seiner Ringfassung gehalten wird. Sie fixieren die Außenwände und die Höcker, so dass nichts nach Außen wegbrechen kann. Für diesen Fall muss man  0,8 mm von der Außenfläche des Zahnes entfernen, bei einer Teilkrone noch weniger. Je besser dieser Zahn erhalten ist, desto besser ist die Prognose, d.h. die Haltbarkeit der Krone, die zwischen 5 – 30 Jahren schwankt. Kronen bzw. Teilkronen kann man mit einer Metall oder Keramikoberfläche fertigen. Die keramische ist  weiß, die metallische ist silber- oder goldfarben. Deswegen ist die keramische schöner anzusehen und der Zahnfarbe angepasst.

Die Zusatzkosten für die Keramikteil/krone, anstatt der Metallteil/krone sind ca. 150,- € pro Zahn. Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich an der Keramik im Oberkiefer bis zum  5. Zahn und im Unterkiefer bis zum 4. Zahn (von der Gesichtsmitte aus gezählt) mit  einem Festzuschuss.

Was ist Karies ?

Wird ein Zahn oder der Rand bzw. Tiefenbereich einer Füllung von Bakterien, die sich in der Mundhöhle befinden, befallen, so produzieren diese Lactat (Milchsäure) als Endprodukt ihres  Stoffwechsel. Diese Milchsäure löst nach und nach die Zahnhartsubstanz auf. Es entsteht Karies im Volksmund auch „Loch“ genannt. Der betroffene Bereich wird dann weich wie Butter. Dieser Bakterienherd ist  ein Streuherd, d.h. er streut Bakterien über das Blutkreislaufsystem in den gesamten Körper. Müdigkeit und ein geschwächtes Immunsystem können die Folge sein. Im Endstadium ist der ganze Zahn mit der alten Füllung kariös erweicht und zerstört. Je nach Haltbarkeit und Qualität einer alten Füllung entsteht die Karies schnell, langsam oder gar nicht ( gute Mundhygiene vorrausgesetzt). Der Zahnarzt muss die gesamte weiche Karies entfernen, meistens mit der alten Füllung zusammen, da beide räumlich zusammenhängen. Er muss so lange  entfernen, bis er wieder auf harte Substanz stößt. Ist die Karies zu groß kann man  eine neue Füllung nicht mehr  verankern, dies wäre allein schon wegen der Bruchgefahr nicht mehr ratsam. Eine Fassung von Außen (Teilkrone/Krone) als Schutz ist hier angebracht. Ist die Karies vom Umfang her noch klein kann man mit relativ guter Prognose eine hochwertige Füllung legen. Wie der Umfang der Karies ist, kann man meist erst wissen, wenn man sie aufgebohrt hat. In der Mitte des Zahnes ist der Zahnnerv. Je nach Zahntyp hat man bis zu vier Nerven darin enthalten. Reicht die Karies bis zum Nerven, muss man noch eine Wurzelbehandlung durchführen, dabei werden die Nerven im Zahn entfernt  und spezielle Guttaperchastifte mit einer Paste im Wurzelkanal als Versiegelung eingebracht. Der Zahn bleibt also im Kiefer, ist jedoch tot. Ein toter wurzelbehandelnder Zahn wird zwar selbst nie wieder weh tun, doch um ihn herum, im Knochen oder am  Zahnfleisch, kann sich durch Bakterielle Infektion jederzeit eine schmerzhafte Entzündung entwickeln. Im Knochen sind dann jede Menge Nervenknäuel vorhanden, die einen Schmerzreiz an das Gehirn weiter melden können.

Er wird nicht mehr mit Blut und Nerven versorgt und wird mit der Zeit spröde und bruchgefährdet. Deswegen lautet hier die Empfehlung einen Wurzelbehandelten Zahn von Außen zu stabilisieren er. Eine Füllung würde ihn nur weiter schwächen, bis eine Außenwand schlussendlich beim Essen bricht. Oft führt dann eine so ungünstig abgebrochene Zahnwand zur Vollständigen Entfernung des ganzen Zahnes. Die Lücke muss dann später mit einer Brücke geschlossen werden.

Füllungs-Materialien

Füllungstypen:
  • 1. Amalgam (derzeit einzige Füllung, die von gesetzlichen Kassen übernommen wird)


  • 2. Kunststoff (einfach)

  • 
3. Kunststoff (hochwertig)  


  • 4. Gold-Inlay (laborgefertigt)

  • 5. Keramik-Inlay (laborgefertigt)

  • 
6. Veneer (laborgefertigt)

Amalgam

amalgamfuellung
Vorteile:
  • Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten.

  • Langsames Wachstum der Karies, da Quecksilber auch für Bakterien giftig ist.

  • Hält ca. 10 – 20 Jahre.

  • Guter, harter, kaustabiler Werkstoff.

  • Kostengünstig: Ca. 20,- €. Kassen zahlen nur diese Füllungsart und keine Andere.

Nachteile :
  • 50 % der Substanz besteht aus Quecksilber (z.B. im Thermometer enthalten).

  • Quecksilber als Bestandteil ist giftig.

  • Graue, unschöne Farbe.

  • Muss herausgebohrt werden, sobald undichte Stellen, zerfranste Ränder entstehen; Dann ist nämlich Karies darunter.

 

In unserer Praxis wird Amalgam nicht mehr verwendet!!!

Einfacher Kunststoff

Keramikfüllung
Vorteile:
  • Weiße  Farbe.

  • Kostengünstig so wie Amalgam

 

Nachteile:
  • Die einfache Kunststofffüllung muss herausgebohrt werden, sobald Verfärbungen an den Füllungsrändern entstehen. Dies ist das Zeichen, dass darunter Karies entstanden ist.

  • 3 – 6  Jahre Haltbarkeit.

  • Schnelles Karieswachstum unter der Füllung, meist folgt die Wurzelbehandlung.

  • Leichte Schmerzen nach Legung der Füllung können entstehen.

  • Nicht kaustabil.

  • Hat Restmonomer als Bestandteil des Kunststoffes. Es ist giftig für den Zahnnerven und reizt ihn.

  • Polymerisationsschrumpfung, d.h. beim Hartwerden der Füllung schrumpft diese. Bakterien wandern in den Spalt zwischen Zahn und Füllung und verursachen dort Karies.

Hochwertiger Kunststoff

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Wie einfacher Kunststoff, jedoch sind die Nachteile weniger ausgeprägt.
Unterschiede zum einfachen Kunststoff sind:

  • Die Haltbarkeit beträgt  4 – 8 Jahre.

  • Bedeutend kaustabiler jedoch nicht ausreichend genug.

  • Kosten betragen ca. 85,- bis 125,- €. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen nicht die Kosten. Die privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten.

Gold – Füllung mit oder ohne Keramikverblendung (laborgefertigt)

Goldfüllung

Zahnmedizin und Zahntechnik verfügen bei Inlays, die aus speziellen Goldlegierungen gegossen werden, über die längste Erfahrung. Solche Inlays sind sehr dauerhaft. Diese Eigenschaft ist ein Vorteil im Vergleich zu den im Munde direkt gelegten Füllungen. Seit mehreren Jahren bestehen auch beste Erfahrungen mit zahnfarbenen Inlays aus Dentalkeramik.

Durch Galvanoformung aus Feingold hergestellte und mit Keramik verblendete Inlays eine seit vielen Jahren bewährte Inlayversorgung Kann bis zu 40 Jahren halten.

Vorteile:

  • Sehr empfehlenswert, da seit über 400 Jahren bewährt.

  • Haltbarkeit bis zu 25 Jahren und länger.

  • Gold ist nicht giftig, reizt nicht den Zahnnerven.

  • Sehr kaustabil.

Durch ein Onlay können größere Teile einer zerstörten Kaufläche aufgebaut werden. Die Übergänge zur Teilkrone sind fließend.

Nachteile:

  • Goldfarbend, also nicht weiß oder keramisch verblendet (weiß): 150,- € zzgl. für die Verblendung, wenn gewünscht.

  • Kostet ca. 500,- €  pro Zahn.

  • Gesetzliche Krankenkassen übernehmen nicht die Kosten. Die privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten.

Wird vom Zahntechniker hergestellt, deshalb braucht man 2 Sitzungen. Bei der ersten wird die Karies ausgebohrt und ein Abdruck genommen. Dieser wird dem Zahntechniker zugestellt. In der Zwischenzeit erhält man eine provisorische Füllung.  Bei der darauffolgenden Sitzung wird das Gold – Inlay mit einer Befestigungspaste eingesetzt.

Keramik (laborgefertigt)

keramikfuellung
Alte defekte Amalgamfülllungen.
Amalgamfüllungen ausgebohrt. Achten Sie auf die Verfärbung der Zahnhartsubstanz durch das Amalgam.
Keramikinlay eingesetzt im Mund.

Vorteile:

  • Sehr empfehlenswert und seit ca. 20 Jahren bewährt.

  • Haltbarkeit von  bis zu 20 Jahren und länger.

  • Substanzschonende Präparation, da klebend zementiert wird. Noch substanzschonender als bei der Gold – Füllung.

  • Weiß und lässt sich der  Zahnfarbe anpassen.

  • Ästhetisch schön.

  • Kaustabil.

  • Keramik hat keine giftigen Bestandteile, reizt nicht den Zahnnerven.

Nachteile:

  • Kosten ca. 500,- €. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen nicht die Kosten. Die privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten.

  • Es sind auch zwei Sitzungen nötig, genau wie bei der Gold – Füllung.

Veneer (laborgefertigt)

Veneer

Veneers sind filigrane, dem Zahn in Form und Farbe naturgetreu nachempfundene Keramikschalen, die vom Zahntechniker individuell gefertigt werden. Sie können “Schönheitsfehler” an den vorderen Zähnen überdecken, ohne selbst sichtbar zu werden, und so wesentlich zu einem harmonischen und gepflegten Aussehen beitragen. Verblendschalen sind angezeigt, wenn ein Frontzahn im sichtbaren Bereich nicht mehr den ästhetischen Ansprüchen genügt, z. B. durch ausgedehnte Füllungen, Veränderungen in der Struktur des Schmelzes oder durch Verfärbungen. Der Zahn wird nur im sichtbaren Bereich im Schmelz präpariert. Dafür muß lediglich eine hauchdünne Schmelzschicht abgetragen werden.

Bei der direkten Verblendtechnik wird die Verblendschale aus Kunststoff modelliert und überein spezielles Verfahren an dem Zahn befestigt. Bei der indirekten Verblendtechnik wird nach der Präparation ein Abdruck genommen, der anschließend ins zahntechnische Labor geht. Dort gestattet der Zahntechniker nach der Modellherstellung die Verblendschale individuell und in der gewünschten Zahnfarbe entweder aus Kunststoff oder Keramik. Diese etwa 0,5 mm dünnen Verblendschalen werden mit einem speziellen Kunststoff auf den Zahn geklebt (Adhäsivtechnik). Aufgrund der Lichtdurchlässigkeit und der exakten Anpassung an die Zahnfarbe sind die Verblendschalen vom natürlichen Zahn nicht zu unterscheiden eine unsichtbare und gleichzeitig Zahnsubstanz schonende “Maske” für den Zahn.

Kosten: 800,- bis 1000,- €
Mit Verblendschalen können ästhetische Korrekturen an verfärbten oder unregelmäßig stehenden Frontzähnen durchgeführt werden. Sie bestehen aus Keramik, eventuell auch aus Kunststoff. Nur der unschöne, verfärbte oder durch Bruch zerstörte, sichtbare Teil des Frontzahnes wird angeschliffen. Dann stellt der Zahntechniker eine individuell angefertigte Schale her. Diese wird vom Zahnarzt am Zahn befestigt. Das ist sehr schonend für den natürlichen Zahn und wenig belastend für den Patienten.

Inlay - Onlay - Krone: Wiederherstellung nach Maß

Der Zahnarzt entscheidet, wie ein kranker Zahn wiederhergestellt wird. Er erklärt, ob zum Beispiel eine im Munde gefertigte Füllung aus Amalgam oder Kunststoff ausreicht oder ob ein Inlay (Einlagefüllung) besser ist. Für das Inlay macht der Zahnarzt eine Abformung und liefert dem Zahntechniker die Arbeitsunterlage.

Jedes Inlay wird individuell vom Zahntechniker modelliert. Es besteht im Regelfall aus einer mundbeständigen Metall-Legierung. In geeigneten Fällen kann auch Keramik oder Kunststoff verwendet werden. Die Farben der letztgenannten Werkstoffe lassen sich dem Farbton der natürlichen Zähne anpassen. Das Inlay wird vom Zahntechniker mit höchster Präzision gefertigt und anschließend vom Zahnarzt ebenso sorgfältig im Zahn einzementiert.

Ist beim Backenzahn die Kaufläche weitgehend zerstört, wird der Zahnarzt ein Onlay (sinngemäß: aufliegend) oder eine Teilkrone empfehlen. Diese ersetzen die Kaufläche und teilweise die Seitenflächen der Zahnkrone. Zahnarzt und Zahntechniker müssen bei der Herstellung von Onlay oder Teilkrone genauso sorgfältig und präzise vorgehen wie bei der Anfertigung eines Inlays.

Damit Randschluß und Paßgenauigkeit stimmen, wird auf den Hundertstelmillimeter genau gearbeitet. Höcker und Fissuren auf der Kaufläche müssen funktionsgerecht nachgebildet werden, damit der Zahnersatz mit dem Zahn im Gegenkiefer zusammenpaßt. Inlay, Onlay und Teilkrone erfordern ein hohes Maß an zahnärztlicher und zahntechnischer Erfahrung, Können und Präzision, von der Präparation bis zur Eingliederung.
Ist die Karies jedoch sehr weit fortgeschritten, muß der Zahnarzt so viel erkrankte Substanz entfernen, daß vom Zahn nur noch ein Stumpf stehen bleibt. Danach wird die abgeschliffene Substanz ersetzt: Der Zahn wird überkront.

Eine häufig verwendete Kronenart ist die Vollgußkrone. Der Zahntechniker gießt sie individuell nach den Arbeitsunterlagen des Zahnarztes aus einer mundbeständigen Legierung. Kronen im sichtbaren Bereich werden aus ästhetischen Gründen meist mit Keramik in der Farbe der natürlichen Zähne verblendet. Für Verblendkronen bietet sich Keramik besonders an, da sie mundbeständiger sind als Kunststoff.
Die Jacket-Krone (Mantel-Krone) baut der Zahntechniker vollständig aus Keramik auf. Und so manches Bildschirm- und Leinwand-Lächeln verdankt seinen besonderen Charme dem Können und der Kunstfertigkeit von Zahntechniker und Zahnarzt. Auch wenn das Zahnmark (Pulpa) abgestorben oder die natürliche Zahnkrone sehr stark zerstört ist, kann noch eine Überkronung erfolgen. Voraussetzung ist eine intakte Zahnwurzel, in die ein Stift versenkt wird. Dieser Stift übernimmt die Aufgabe des beschliffenen Zahnstumpfes. Auf ihm kann die Stiftkrone aufgebaut werden.

Zahn - ein starkes Stück Natur

Jeder einzelne Zahn muß ungeheuer viel leisten. Wir zerkleinern im Laufe unseres Lebens riesige Berge der verschiedensten Nahrungsmittel. Dabei liegen die Kräfte, denen ein Zahn standhalten muß, zwischen 15 und 30 kg; das entspricht der Gewichtskraft von 150 bis 300 N, im Extremfall bei bis zu 80 kg; das entspricht der Gewichtskraft von 800 N. Doch dafür hat die Natur vorgesorgt. Der Schmelz, die äußere Schicht der Zahnkrone, besteht aus der härtesten Substanz, die der Körper produzieren kann. Sie schützt und umhüllt das weichere Dentin und das Zahnmark (Pulpa). Hier sitzen Blutgefäße und Nerven. Deshalb wird die Pulpa auch »Nerven des Zahnes genannt.

Im Gebiß herrscht Arbeitsteilung; entsprechend ihrer Aufgabe sind die Zähne geformt. Die Schneidezähne arbeiten wie eine Schere. Die Eckzähne dienen bei den Raubtieren als Fangzähne. Beim Menschen sind sie zurückgebildet und unterstützen die Schneidezähne. Die vorderen kleinen Backenzähne halten die Nahrung fest und helfen den hinteren großen Backenzähnen beim Zermahlen.

Jeder einzelne Zahn soll ein Leben lang erhalten bleiben, um seine Aufgabe zu erfüllen. Das gelingt aber nur, wenn er richtig gepflegt und “ernährt” wird. Und zwar von Geburt an.

Direkte Füllung

Nachdem die Karies durch den Zahnarzt entfernt worden ist, kann der entstandene Hohlraum (Kavität) mit einem im Mund formbaren Füllungsmaterial versorgt werden. Im Seitenzahnbereich (Backenzähne) steht dafür zum Beispiel Amalgam zur Verfügung, das heute aber nur noch eingeschränkt Verwendung findet. Im Frontzahnbereich sind meist Kunststoffüllungen (Zahnfarben) angezeigt. Diese Materialien werden im weichen (plastischen) Zustand in die Kavität gebracht, dort angepaßt und geformt, wo sie erhärten. Die Versorgung erfolgt in der Regel in einer Sitzung.

Einlagefüllung (Inlay)

Indirekte Füllungen (Einlagefüllungen, Inlays) sind hervorragend geeignet, kleine Kariesdefekte im Seitenzahnbereich sicher zu schließen. Die Herstellung einer Einlagefüllung ist deutlich anspruchsvoller und aufwendiger als eine Füllung aus Amalgam oder Kunststoff und erfordert ein hohes Maß an zahnärztlichem und zahntechnischem Können. Die präzisen Arbeitsschritte sowie die Materialien haben ihren Preis. Dafür erhält der Patient jedoch mit einem Inlay eine ausgesprochen hochwertige, formstabile, ästhetisch ansprechende und haltbare Versorgung.

Bei einer Einlagefüllung – ob aus Keramik (zahnfarben), Kunststoff (zahnfarben) oder einer Goldlegierung -werden im allgemeinen zwei Sitzungen anberaumt. In der ersten Sitzung, nach der Befunderhebung, wird der Zahn präpariert, d. h. die kariöse Hartsubstanz entfernt und die entstandene Kavität füllungsgerecht gestattet. Wenn möglich, wird in dieser Sitzung bereits eine Abformung des präparierten Zahnes samt umgebender Zahnreihe genommen. Außerdem erfolgt immer auch eine Abformung des anderen Kiefers, des sogenannten Gegenkiefers. Anschließend wird der präparierte Zahn mit einem Provisorium versorgt.

Die beiden Abformungen werden im Dentallabor meist mit einem Spezialgips ausgegossen. Der Zahntechniker gewinnt so genaue Modelle beider Kiefer, die in einen Artikulator (der die Kaufunktion simuliert) montiert werden. So hat der Zahntechniker eine exakte Situation der Kiefer des Patienten, als Vorgabe für seine weiteren Arbeiten.

Goldinlay

Goldinlay

Zur Fertigstellung einer Gußfüllung rekonstruiert der Zahntechniker die Zahnform auf dem Gipsstumpf mit Hilfe von Wachs. Die Wachsmodellation wird in eine feuerfeste Masse eingebettet. Nach deren Aushärtung wird das Wachs ausgeschmolzen und der entstandene Hohlraum über ein spezielles Gußverfahren mit einer Goldlegierung ausgegossen. Das Werkstück, der sogenannte “Rohguß”, wird auf das Gipsmodell angepaßt, ausgearbeitet und hochglanzpoliert. Anschließend geht das Goldinlay wieder an den Zahnarzt zurück, wo es in einer zweiten Sitzung mit einem Spezialzement definitiv in den zu versorgenden Zahn eingesetzt wird.

Keramikinlay

Auch bei Keramikeinlagefüllungen kann die Zahnform durch eine Wachsmodellation rekonstruiert werden. Diese wird eingebettet, das Wachs aus der so entstandenen Form ausgeschmolzen und durch Erhitzen erweichte Keramik in die Hohlform gepreßt. Die Einlagefüllung wird auf das Modell angepaßt, eventuell bemalt und erhält einen Glanzbrand. Der Zahnarzt klebt das Inlay mit einem besonderen leichtfließenden Kunststoff in den Zahn ein (Adhäsivtechnik). Die Herstellung und anschließend das spezielle Einsetzen am Patienten machen dieses Verfahren aufwendiger als Einlagefüllungen aus Gold, wodurch sich der höhere Preis begründet.

Keramikeinlagefüllungen zeigen eine ähnliche Abnutzung (Abrasion) wie natürliche Zähne. Und sie sind, wie natürliche Zahnsubstanz eben auch, beim Aufbeißen auf harte Gegenstände bruchgefährdet.

Das Inlay überdeckt den zerstörten Teil des Zahnes Vollgußkrone Das Onlay wird sattelförmig in den präparierten Zahn eingesetzt.