Zahnschönheit  

Allgemeines

Gerade in unserer heutigen Zeit wird es für viele Menschen immer wichtiger, nicht nur gesunde, sondern auch schöne Zähne, also ein"strahlend weißes Lächeln" zu haben. Auch der Zahnarzt ist mehr und mehr gefordert, nicht nur die effektivste Behandlung zur Gesunderhaltung des Zahnes zu finden, sondern ebenso auf die ästhetischen Vorstellungen und Bedürfnisse des Patienten einzugehen. "Schöne Zähne", das ist eine individuelle, vom Patienten abhängige ästhetische Idealvorstellung, die bei einem Großteil der Bevölkerung folgende Vorgaben erfüllen muss:

  • gerade Zahnreihen ohne Zahnlücken
  • einheitliche Zahnfarbe, möglichst hell
  • keine im Sichtbereich erkennbaren Füllungen oder Verfärbungen

Hierbei muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass die Gesunderhaltung des Zahns immer im Vordergrund stehen sollte und bei vielen zahnverschönernden Methoden immer berücksichtigt und mit dem Zahnarzt abgesprochen werden sollte, inwiefern möglicherweise gesunde Zahnsubstanz geschädigt wird."Schöne Zähne", das ist eine individuelle Vorstellung, für die es keine einheitlichen Maßstäbe gibt und auch nicht geben sollte. Wer jedoch unter dem Aussehen seiner Zähne leidet, der kann mit einigen hier vorgestellten Methoden das Aussehen seiner Zähne "verbessern". Es sollte jedoch immer abgewogen werden, wie sehr das Aussehen der Zähne "stört", oftmals steigert man sich hierbei auch viel zu sehr in Kleinigkeiten hinein, die anderen gar nicht auffallen, und wie sehr der gesunde Zahn bei einer "zahnverschönernden" Maßnahme geschädigt werden könnte.

Die meisten Methoden, die dazu dienen, die oben genannten Vorgaben zu erreichen, bewegen sich im Bereich der kieferorthopädischen Behandlung, die sich hauptsächlich mit der richtigen Stellung der Zähne im Gebiss mit dem Ziel der Herstellung einer normalen Kaufunktion und optimalen Sprachfunktion beschäftigt. Die Ästhetik ist hierbei oftmals ein "Nebenbeieffekt", denn gerade Zahnreihen und ein lückenloses Gebiss, das ist auch aus ärztlicher Sicht das Idealbild zum Erreichen der oben genannten Ziele kieferorthopädischer Maßnahmen.

Auch die Wahl einer sich möglichst in die Zahnoptik einfügenden Füllung berührt den Bereich der Zahnästhetik, nur steht hier die Wahl derjenigen Füllung im Vordergrund, die der Gesunderhaltung des Zahnes am ehesten dient, jedoch auch unter Berücksichtigung elementarer ästhetischer Vorstellungen. Beispielsweise würde kein Zahnarzt im Sichtbereich der Zähne, also an den vorderen Schneidezähnen, eine auffällige Goldfüllung machen, nur weil diese Füllung das Ziel der Zahnerhaltung am besten erfüllen könnte. Bei mehreren zur Auswahl stehenden Füllungen wird zusammen mit dem Patienten die effektivste Möglichkeit abgesprochen, wobei einerseits auf ästhetische Vorstellungen eingegangen werden kann, jedoch auch mehr und mehr die Kosten einzelner Maßnahmen zur Diskussion stehen. Optisch perfekte Füllungen, die noch dazu sehr lange halten, sind meistens auch sehr teuer.

Im folgenden werden einzelne kleinere Maßnahmen vorgestellt, die nahezu ausschließlich der Zahnästhetik dienen, nämlich:

  • Bleaching
  • Veneers
  • Pulverstrahl-Reinigung
  • Zahnschmuck
  • Piercing

Bleaching

Ist die natürliche Zahnfarbe durch Farbstoffe verändert, die sich nicht nur als oberflächliche Schicht abgelagert haben, sondern in der Zahnsubstanz vorhanden sind, kann man durch"Bleaching" die Zahnfarbe aufhellen. Es gibt zwei Möglichkeiten des"Bleaching"

  1. beim Zahnarzt: In einer ca. 2stündigen Prozedur wird zunächst ein Bleichmittel auf die Zähne aufgebracht. Durch eine darauffolgende Bestrahlung mit Licht oder Laser wird das Bleichmittel"aktiviert": Das im Bleichmittel enthaltene Wasserstoffsuperoxyd zerfällt zu aktivem Sauerstoff, der die in der Zahnsubstanz enthaltenen Farbstoffe in einem Oxidationsprozess zerstört. Dadurch wird der Zahn heller.
  2. Zu Hause: Beim Zahnarzt wird zunächst eine Plastikschiene für die Zähne hergestellt. Diese wird nachts mit dem Bleichmittel"bestrichen" und auf die Zähne gesetzt, wodurch das Mittel in der Nacht einwirken kann. Nach ca. einer Woche ist diese Prozedur beendet und die Zahnfarbe aufgehellt.

Mögliche Risiken des Zähnebleichens sind Komplikationen, die auftreten können, wenn das Bleichmittel Zahnfleisch oder Mundschleimhaut angreift bzw. durch Verschlucken die Magenschleimhaut beeinträchtigt. Meist treten hierbei Reizungen oder auch Entzündungen auf, die jedoch im Regelfall nach einigen Tagen wieder abgeklungen sind. Vorsicht ist geboten bei unbehandelten Karieserkrankungen, hierbei kann das Bleichmittel evtl. den Zahnnerv schädigen. Ebenso sollte man beim Bleaching immer berücksichtigen, dass bereits vorhanden Kunststofffüllungen nicht mitgebleicht werden. Nach der Bleichprozedur könnten sie u.U. nicht mehr zu der neuen Zahnfarbe passen.

Veneers

Das sind hauchdünne, lichtdurchlässige Schalen aus Keramik oder Kunststoff. Sie werden, vergleichbar mit einem künstlichen Fingernagel, auf den Zahn aufgeklebt und verdecken somit "unvorteilhaft" aussehende Zähne. Sie werden sehr häufig im Bereich der Schneidezähne angewandt und können hier sowohl Verfärbungen abdecken, als auch eine neue Zahnform schaffen bzw. vortäuschen.

Veneers sind eine relativ neue Alternative zur Zahnkrone, die einige Vorteile gegenüber dieser alten Methode hat. Allerdings ist die medizinische Notwendigkeit dieser äußerst kostenintensiven Methode unter Ärzten sehr umstritten, denn vom medizinischen Standpunkt erfüllt ein Veneer die gleiche Funktion wie eine Zahnkrone, die jedoch um einiges günstiger ist. Vom ästhetischen Standpunkt her bietet das Veneer den Patienten, die bereit sind, viel Geld für die Schönheit ihrer Zähne auszugeben, neue Möglichkeiten.

Ein Vorteil des Veneers besteht darin, dass nur sehr wenig gesunde Zahnsubstanz geschädigt, also abgeschliffen werden muss, um das Veneer aufzukleben. Im Gegensatz dazu muss bei der Behandlung mit der Zahnkrone der gesunde Zahn regelrecht auf einen "Stumpf" zurechtgeschliffen werden, um die Zahnkrone im Anschluss an diese Prozedur "aufzusetzen". Daher ist das Veneer für viele Patienten eine adäquate Möglichkeit, Verfärbungen und abgebrochene Ecken im sichtbaren Schneidezahnbereich zu überkronen, ohne die gesunde Zahnsubstanz opfern zu müssen. Auch ist ein Veneer selbst für den Spezialisten kaum erkennbar, für den Laien erst recht nicht, wohingegen bei einer Krone immer die Gefahr besteht, dass durch Zurückziehen der Gingiva der Kronenrand zum Vorschein kommt, was im Schneidezahnbereich für den Patienten sehr störend sein kann.

Pulverstrahl-Reinigung

Bei der Pulverstrahl-Reinigung wird ein Gemisch aus Wasser, Luft und nicht zahnschmelzschädigendem Salz mit Hochdruck auf den Zahn aufgetragen, wodurch die Zahnoberfläche sowohl gereinigt als auch von unschönen Belägen, wie Raucher- oder Kaffee/Tee-Belägen befreit wird. Diese Art der Belagentfernung ist in vielen Zahnarztpraxen Teil der halbjährlichen prophylaktischen Maßnahmen und viel zahnfreundlicher sowie effektiver als die dauerhafte Benutzung sog. Whitening-Zahnpasten.

Zahnschmuck

Eine Modeerscheinung der letzten Zeit sind die so genannten "Dazzlers", das sind kleine Edelsteine oder Goldsymbole, die ohne großen Aufwand auf den Zahn aufgeklebt werden und einige Jahre halten. Aus zahnärztlicher Sicht sind sie jedoch durchaus umstritten, da sie keinerlei Bedeutung im Sinne der Zahngesundheit haben, sondern im Gegenteil eher Probleme bereiten. Sie bieten den Kariesbakterien zusätzliche Nischen, die eine verbesserte Zahnhygiene erfordern, also eine gute Reinigung im Bereich des Zahnschmucks. Außerdem muss vor dem Auftragen des Klebemittels die gesunde Zahnsubstanz zur besseren Anhaftung des Schmuckstückes angeätzt werden. Zwar bedeuten diese Einwände keine"ernstzunehmende" Gefahr für den Zahn, man sollte sich jedoch darüber bewusst sein, dass man bei dieser Maßnahme gesunde Zahnsubstanz schädigt, wenn auch nicht in großem Ausmaß.

Piercing

Piercing, das Durchstechen von Körperteilen mit kleinen Metallsteckern, ist nicht nur im Mundbereich ein sehr umstrittenes Thema, gerade unter Ärzten. Dass Piercing immer das Risiko einer Entzündung oder Allergie mit sich bringt, ist hierbei weniger strittig. Jedoch stellt sich die Frage, ob es für die Gesundheit des Patienten dienlicher ist, generell das Anfertigen eines Piercings zu verweigern oder es wenigstens unter den bestmöglichen Bedingungen beim Arzt durchführen zu lassen. Diese Entscheidung hat jeder Arzt für sich zu treffen.

Wie bereits erwähnt, sind die Risiken beim Piercing die mögliche Entstehung einer Entzündung, wenn das Piercing nicht unter vollkommen sterilen Bedingungen gemacht wurde, die in Piercing- oder Tattoo-Studios häufig nicht herrschen und für den Laien oftmals nicht nachzuprüfen sind. Man sollte daher, wenn man auf ein Piercing nicht verzichten möchte, bei der Wahl des Piercing-Studios vorsichtig sein bzw. das Piercing gleich bei einem Arzt machen lassen.

Ein weiteres Risiko vor allem des Zungenpiercings ist die mögliche mechanische Zahnschädigung. Besonders ein zu langer Stab birgt die Gefahr, dass es zu Schädigungen der Zahnoberfläche bis hin zum Abbrechen von Ecken kommt.