Anatomie

Allgemeines

Die Zähne als Teil des Kauorgans sind im Oberkiefer- und Unterkieferknochen über das Zahnhaltegewebe verankert. Sie dienen der Nahrungsaufnahme und erfüllen als Nahrungszerkleinerer eine wichtige Vorfunktion bei der Ernährung. Anhand der vereinfachten Darstellung werden die strukturellen Bestandteile der Zähne unterschieden.

Die Zähne im Mund sind zunächst in einen sichtbaren und einen nicht sichtbaren Abschnitt, der im Knochen unter der Mundschleimhaut liegt, unterteilbar.Im gesunden Zustand besteht der sichtbare Teil aus der so genannten Zahnkrone. Verborgen ist hierbei der längere Teil des Zahnes, bestehend aus Zahnhals (unter dem Zahnfleisch) und Zahnwurzel, die über den so genannten Zahnhalteapparat mit dem Kiefer verbunden ist. Es gibt einwurzelige Zähne, wie z.B. die Schneidezähne, und mehrwurzelige Zähne, wie z.B. die Backenzähne; dabei besitzen die Backenzähne des Oberkiefers in der Regel drei Wurzeln, die des Unterkiefers zwei Wurzeln.

Zahnschmelz

Der Zahnschmelz ist eine fast reine Mineralschicht, er bedeckt die Zahnkrone als äußerste Schicht. Er ist sehr hart (300-400/Härte n. Vickers) und dient dem Schutz des Zahnorgans gegen äußere schädigende Einflüsse sowie insbesondere dem Schutz vor Abrieb. Der Schmelz besteht zu 95 Gewichtsprozenten aus Mineral, zu 1% aus organischen Bestandteilen (Proteinen) und zu 4% aus Wasser. Der Mineralanteil ist vor allem Kaliumphosphat als Hydroxylapatit, außerdem als Fluorapatit und Cerboxylapatit. Am Zahnschmelz setzt auch die Fluorwirkung bei der Kariesprophylaxe ein. Fluor bildet größere Kristalle mit entsprechend reduziertem Porenvolumen, verbessert die Remineralisation (regelmäßige Nachbildung der Mineralschicht) und beeinflusst auch den Plaquestoffwechsel positiv.

Dentin

Unter dem Zahnschmelz liegt das Dentin (= Zahnbein). Dieses umschließt nicht nur den Kronenbereich, sondern auch den Wurzelbereich bzw. die Pulpa. Dabei unterscheidet sich das Dentin im Schmelzbereich (Manteldentin) strukturell vom Dentin im Bereich der Pulpa (pulpanisches Dentin). Zu erwähnen ist auch die unterschiedliche Dichte der sogenannten Dentinkanälchen, die teilweise Nervenzellfortsätze beinhalten; pulpanah weisen sie eine höhere Dichte auf. Vor allem in den Seitenkanälchen vom Manteldentin sind sie noch dazu flüssigkeitsgefüllt (klar, Aminosäuren- und Phosphatsäurenrad). Im Gegensatz zum Schmelz als reines Mineral sind im Dentin Anpassungsvorgänge möglich, wenn auch nur in begrenztem Maße, und zwar in form von Rezidentin, Kanalverkalkungen und Flüssigkeitsverlagerungen. Diese Eigenschaft steht in Zusammenhang mit dem erhöhten Anteil organischer Bestandteile im Zahnbein, das zu 20 Gewichtsprozenten aus organischen Stoffen besteht, sowie zu aus 70% Mineralien und zu 10% aus Wasser. Aufgrund dieser Bestandteile ist das Dentin auch weicher als der Zahnschmelz.

Zement

Ab dem Übergangsbereich von der Zahnkrone zur Zahnwurzel bedeckt ein mineralisiertes Bindegewebe die Oberfläche der Zahnwurzel. Es besitzt weder Nerven noch Gefäße und gehört anatomisch nicht zum Zahn selbst, sondern zum Zahnhalteapparat (=Parodont). Weitere Bestandteile des Zahnhalteapparates sind: der zahnumfassende Knochen, das Bindegewebe und die Schleimhaut.

Pulpa

Die Pulpa, das Zahnorgan im Kerngebiet des Zahnes, besitzt Zellen, Blutgefäße und Nervenfasern. Man unterscheidet rein räumlich Kronen- und Wurzelpulpa, die jedoch organisch eine Einheit bilden. Gesunde Zähne, die ein intaktes Zahnorgan beinhalten, werden als lebendig oder vital bezeichnet, das heißt, sie reagieren auf äußere Reize, wie z.B. Kälte. Bei erkrankten Zähnen kann sich über dieses System eine Entzündung bis hin zu den Knochen des Wurzelspitzenbereiches ausbreiten (= Pulpitis).

Das Gebiss

Das menschliche Gebiss setzt sich aus unterschiedlichen Zahntypen zusammen, dessen jeweilige anatomische Eigenarten, gerade bezüglich Wurzellänge und -anzahl bei therapeutischen Maßnahmen zu berücksichtigen sind.

  • Schneidezähne : meißelförmig, mit einfacher Wurzel
  • Eckzähne : mit dreikantiger Schneidekrone und langer Zahnwurzel
  • Prämolaren (die "vorderen Mahlzähne"): mit zweihöckriger Krone und 1 Wurzel
  • Molaren (große Backenzähne): mit 4- bis 5-höckriger Krone; die Molaren des Oberkiefers besitzen 3, die des Unterkiefers 2 Wurzeln

Das Gebiss des Kindes (Milchgebiss) besteht hierbei aus 20 Zähnen, das Gebiss des Erwachsenen aus 32 so genannten "bleibenden Zähnen" (einschließlich Weisheitszähne). Folgende Zahntypen kommen beim Erwachsenengebiss vor:

  • 8 Schneidezähne
  • 4 Eckzähne
  • 8 Prämolare
  • 12 Molare